Im Januar 2017 übernahm Claudia Wöhler die Landesgeschäftsführung bei der Barmer Landesvertretung Bayern. Damit dreht sich bei der Professorin alles rund um das deutsche Gesundheitssystem, um Gesundheitsökonomie und -politik. Aber auch Zukunftsforschung, Digitalisierung/eHealth und Ansätze für nachhaltiges Wirtschaften gehören zu Wöhlers Kompetenzen. Wir haben mit ihr über die Bedeutung und Besonderheit ihres Netzwerks gesprochen. 

Was zeichnet ein gutes Netzwerk eigentlich aus?
Ein gutes Netzwerk ist meines Erachtens geprägt von Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen und bereit sind, zu Geben und zu Nehmen. Dazu gehört das Interesse an Menschen und eine gesunde Portion Respekt und Neugierde gegenüber anderen, ihren Prioritäten und Lebenswelten. Wichtig ist zudem Vertrauen und Vertraulichkeit im Miteinander und das kann natürlich nur entstehen, wenn man sich regelmäßig begegnet bzw. austauscht. Hilfreich für ein gutes Netzwerk sind Plattformen für diesen Austausch und regelhafte Termine für Zusammenkünfte – persönlicher oder digitaler Art.

„Ein gutes Netzwerk ist geprägt von Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen und bereit sind, zu Geben und zu Nehmen.“

Warum ist Netzwerken wichtig für dich?
Netzwerken ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich. Durch ein gutes Netzwerk kommen viele Mosaiksteine zusammen, um fachliche Lösungen zu erarbeiten oder vielfältige Expertise zusammen zu bringen. Schließlich kann niemand von uns Experte in vielen Themen sein. Und durch die Verbindung von Netzwerk und Vertrauensverhältnis, d.h. Empfehlungen für bestimmte Themen, lassen sich zum Beispiel Veranstaltungen kompetent besetzen, für bestimmte Anlässe die richtigen Veranstaltungsorte finden oder Jobs qualifiziert besetzen. Das reduziert Suchzeiten und erhöht Effizienz und Effektivität der Ergebnisse.

„Durch ein gutes Netzwerk kommen viele Mosaiksteine zusammen, um fachliche Lösungen zu erarbeiten oder vielfältige Expertise zusammen zu bringen.“

Gibt es etwas Besonderes, das gerade dein Netzwerk auszeichnet?
Mein Netzwerk ist sehr heterogen und durch viele unterschiedliche Berufe und Branchen geprägt. Es gibt auch überproportional viele Männer in gehobenen Positionen und höheren Alters. Und eigentlich ist es gar nicht so sehr ein Netzwerk, vielmehr lebe ich in verschiedenen Netzwerken – mit und ohne Schnittmengen zueinander.

Claudia Wöhler: Verbandsmanagement mit Zukunft, Foto: Springer Gabler

Claudia Wöhler: Verbandsmanagement mit Zukunft, Foto: Springer Gabler

Wie hat es dir auf deinem Karriereweg geholfen?
Menschen aus meinem Netzwerk haben mir den einen oder anderen Impuls für berufliche Entwicklungen gegeben und mir auf der Suche nach einem Verlag für mein Buch „Verbandsmanagement mit Zukunft“ geholfen. Und auch bei der Überprüfung von bevorstehenden beruflichen Entscheidungen habe ich auf den Rat ausgewählter Personen aus meinem Netzwerk vertraut.

Was ist dein Tipp, wie man sein Netzwerk am besten aufbaut bzw. erweitert?
Zunächst ist es wichtig, dass frau sich klar darüber wird, wie ihr aktuelles Netzwerk aussieht, welches Ziel sie damit verfolgt und welche Personen(gruppen) fehlen. Dann hilft es, auszuprobieren: indem man sich zu verschiedenen Netzwerkveranstaltungen und Newslettern anmeldet. Dann sollte sie aktiv werden. Dabei reicht es nicht, nur ein Mal zu einer Veranstaltung zu gehen. Zum Aufbau eines Netzwerkes gehört ein langer Atem und stete Präsenz, da sich sonst weder Vertrauen noch Verlässlichkeit aufbauen lassen. Außerdem müssen dich die Menschen in Netzwerken kennenlernen und wissen, was dich bewegt, was du brauchst. Nur dann können sie dir Empfehlungen geben oder an dich denken, wenn es um die Besetzung neuer Positionen oder Veranstaltungspodien geht. Und nur dann werden sie sich Zeit nehmen, wenn du einen Rat oder Unterstützung brauchst.

„Zum Aufbau eines Netzwerkes gehört ein langer Atem und stete Präsenz.“

Was können Frauen in Sachen Netzwerken noch lernen?
Nachhaltigkeit ist wichtig. Frauen müssen präsent sein und proaktiv auf Menschen zugehen, um ein belastbares Netzwerk aufzubauen und sie müssen es pflegen. Netzwerken bedeutet nicht, beste Freunde zu sein und die Trennung zwischen Privatem und Beruflichen aufzuheben. Das kann eine schöne Entwicklung im Netzwerk sein, muss es aber nicht. Hinzu kommt, dass Frauen oftmals erst dann beginnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, wenn sie ein konkretes Anliegen haben oder sich beruflich verändern und neue Kunden suchen. Da aber netzwerken erst über einen längeren Zeitraum dazu führt, dass Vertrauen entsteht und das Geben und Nehmen selbstverständlich wird, braucht es einen längeren Vorlauf, um tragfähig zu sein. Also empfehle ich: frühzeitig anfangen, Kontakte pflegen und stets schauen, ob und welche neuen Kontakte und organisierte Netzwerke interessant sein können.

Warum bist du Teil von LEADING WOMEN und worin siehst du den größten Vorteil dieses Netzwerks? 
Durch die verschiedenen Kontakte mit Sylvia Tarves und die ansprechenden Angebote, stellte sich mir gar nicht die Frage, nicht Teil des Netzwerks sein zu wollen. Ich war mir von Anfang an sicher, dass hier tolle Frauen in einem vertraulichen und ansprechenden Rahmen zusammen kommen und alle Angebote professionell sind – egal ob persönlich oder digital.

 

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