Das richtige Netzwerk macht über 50% der beruflichen Erfolgs aus
Nur die Eine“ bringt Frau nicht weiter! #strongertogether
Zielführendes Netzwerken ist kein Kaffeeklatsch, sondern Business. Es erfordert den Willen, voranzukommen, Zeitinvestment, Vorbilder, Priorisierung und einen professionellen Rahmen. Frauen müssen sich gegenseitig fördern und den Gedanken abstellen, es kann nur die Eine geben. 
Frauen zu vernetzen, sichtbar zu machen, zu stärken und zu ermutigen sich gegenseitig zu unterstützen und hochzuziehen, ist die Mission von LEADING WOMEN unserem Business- und Karrierenetzwerk hier.

Je mehr Frauen, Organisationen und Initiativen an einem Strang ziehen, desto besser! Insofern freuen wir uns über die neue Kooperation mit Mission Female #strongertogether.

Frederike Probert, Günderin von Mission Female, hat folgenden spannenden Beitrag für uns: „Nur die Eine“ bringt Frau nicht weiter!

„Nur die Eine“

Vor einigen Monaten habe ich eine sehr erhellende Ausgabe der NDR Talkshow gesehen: Die Komikerin Carolin Kebekus sprach dort zu dem Thema „Der Kuchen ist groß genug für mehrere Frauen“ und brachte auf den Punkt, was es meiner Meinung nach in Bezug auf Zusammenhalt und Networking im geschäftlichen Kontext unter Frauen fehlt: Wir glauben noch immer, es kann nur die eine Frau geben. Auf dem Siegertreppchen, im Vorstand, im Aufsichtsrat, als Direktorin. Ja, auch bei Germanys Next Top-Model kann am Ende nur die EINE gewinnen. Selbst für das Krippenspiel in Kindergarten und Grundschule kämpfen viele Mädchen um die eine Rolle der Maria. Während die Jungs entspannt zwischen Josef, Jesus Königen und Hirten wählen können, machen die Nicht-Marias dann die Esel, Ochsen und Kamele. Die Vergleiche sind natürlich mit Humor zu nehmen. Dennoch lässt sich nicht leugnen, wie unterschiedlich Männer und Frauen sozialisiert sind. Und wie unterschiedlich sie netzwerken.

Während die Jungs schon früh ein Miteinander pflegen, ist es bei Mädchen häufig ein Gegeneinander. Und das setzt sich dann fort. Die „Old Boys Networks“ sind ein Resultat dessen. Diese über Jahrzehnte im Sportverein, auf dem Golfplatz und beim Feierabendbier gewachsenen Verbindungen zahlen sich im späteren Berufsleben aus. Männer haben und nehmen sich die Zeit, ihre Kontakte zu pflegen. Erleichternd kommt hinzu, dass die wenigsten Chefs durch die Betreuung von Kleinkindern oder pflegebedürftigen Verwandten aus ihren Strukturen gerissen werden, wie es bei Frauen viel häufiger der Fall ist.

Sicher, hier tut sich gerade etwas in Politik und Gesellschaft, denn schließlich sind wir uns alle einig: Wir brauchen mehr Frauen in den Führungsetagen. Klar, auch Männer gehen heutzutage in Elternzeit oder wagen ein Sabbatical – richtig sichtbar werden die Auswirkungen dieser neuen Generationsbewegung aber erst in einigen Jahren sein. Noch ist es überwiegend so, dass die männlichen Chefs entspannt zum Hörer greifen und unkompliziert einen ihrer Buddies anrufen, sobald es ein berufliches Thema zu bearbeiten gibt, während die Frauen lieber noch einen Schlag reinhauen und durch Leistung punkten wollen.

Denn Frauen neigen dazu auf Fachkenntnis und Perfektion zu setzen, um mit Wissen und Fleiß die fehlenden Netzwerke auszugleichen. Doch entscheidend ist nun mal nach wie vor der „gute Draht““, bringt es Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand für das Segment Corporates bei KPMG in Deutschland in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche auf den Punkt. Zwar ist sie davon überzeugt, dass Konzerne mit ihren „Old Boys Networks“ auf Dauer nicht weiterkommen. Doch sicher ist: Ohne Vitamin B geht nichts – Erfahrung hin oder her. Aufsichtsratsmitglied wird am Ende, wer die richtigen Leute kennt, informelle Berufungsprozesse in Vorstand oder Aufsichtsrat laufen zumeist über persönliche Beziehungen und nicht über Assessment Center oder Headhunter.

Und genau hier tun sich viele Frauen noch schwer. Dabei haben sie an sich die perfekten Skills für gute Netzwerkpflege, werden nicht grundlos bevorzugt als Feel Good Manager oder CPOs eingesetzt. Schließlich koordinieren sie leichthändig zwanzig WhatsApp-Chatgruppen zeitgleich, organisieren parallel drei Familienkalender: Einen für die Kinder, einen für den Ehemann und einen für sich selbst. Sie sind „Spin Doctor „zwischen Freunden, Schule, Verwandten und Kollegen. Das Problem ist, viele von ihnen nutzen diese Fähigkeiten vor allem für andere und außerhalb des Arbeitsumfeldes. Wenn es jedoch darum geht, für sich selbst diese Skills einzusetzen und im beruflichen Umfeld Gefallen und Hilfe einzufordern, empfinden Frauen dies häufig als unangenehm und unangemessen. Dann fehlt die männliche Leichtigkeit zu sagen: „Hey, kannst du mir helfen, ich hätte gerne den Job in deinem Bereich.“

Woran liegt’s?

Zum einen sicher daran, dass es an Vorbildern mangelt. Quotenregelungen und ein neues Verständnis sorgen erst langsam dafür, dass überhaupt ausreichend weibliche Führungskräfte vorhanden sind, die den gleichgeschlechtlichen Nachwuchs fördern können. Männer heben sich von je her gegenseitig in gute Positionen. Mal ist der eine dran, beim nächsten Mal wird sich revanchiert – abends ein Bier drauf, Handschlag und gut.

Viele Frauen hingegen kämpfen derweil sowohl mit ihrem eigenen Anspruch als auch mit dem sogenannten Queen-Bee-Syndrom. Davon spricht die Genderforschung bei weiblichen Vorgesetzten, die keine Frau neben sich dulden. Die Bienenkönigin kultiviert ihren Sonderstatus und ist blind für die Probleme anderer Frauen. Studien zeigen, dass das Phänomen tatsächlich existiert. Erfolgreiche Frauen, die heute um die 50-60 Jahre alt sind, haben um die 30 Jahre hart für ihre Position und Macht geackert. Für viele von ihnen hieß es auf dem Weg an die Spitze stets: Es kann nur Eine geben. Es herrscht das Denken vor: Warum sollen es die Frauen nach mir leichter haben?

Weitere Gründe hat Karin Kreutzer, Professorin für Social Business an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, in einer Studie mit 37 erfolgreichen Unternehmerinnen herausgearbeitet. Demnach investieren Frauen nicht genug Zeit ins Networking. Der Lunch mit der Kollegin oder ein Drink nach Feierabend ist für viele verlorene Zeit, weil noch so viel anderes auf dem Zettel steht. Zudem unterschätzen Frauen gerne ihren Marktwert, glauben nicht, dass sie einen wertvollen Beitrag innerhalb eines Netzwerks leisten können.

Unglaublich viel Potenzial geht auf diese Weise verloren!

Was es braucht.

Zunächst braucht es Frauen, mit dem echten Willen voranzugehen, Karriere machen zu wollen und dies auch offen äußern zu können. Wenn sie dann noch verinnerlicht haben, dass es nicht im Einzelkampf geht, sondern nur gemeinsam, haben sie die besten Voraussetzungen für die Position im Aufsichtsrat oder Vorstand.

Dann braucht es nach meiner persönlichen Erfahrung einen professionellen Rahmen, in dem sich diese Frauen effizient unterstützen und aktiv austauschen können. Absolutes Vertrauen untereinander spielt hier eine entscheidende Rolle.

Mit Mission Female biete ich diese Plattform für Top Managerinnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Ob moderierte Peer-Groups, Workshops mit dem klaren Ziel der Persönlichkeits- und Karriereentwicklung, gemeinsame Dinner-Veranstaltungen oder auch Retreats – wir bringen Führungsfrauen aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen persönlich zusammen, damit sie sich zielführend „empowern“, stärken und gemeinsam nach vorne bringen können. Immer im Business-Kontext. Ohne Kaffeeklatsch-Charakter. Aber in notwendigen professionellen Rahmenstrukturen.

Zudem bedarf es neben einem funktionierenden Netzwerk die bereits angesprochenen weiblichen Vorbilder. Carola Eck-Philipp, u.a. langjährige Managerin bei der Siemens AG, möchte ich an dieser Stelle als positives Beispiel nennen. Mit ihrem Unternehmen „Wege in den Aufsichtsrat“ bietet sie Prozessbegleitung für Führungsfrauen. Ihre praktische Expertise ist insbesondere in den Peer-Groups des Mission Female Netzwerks unverzichtbar.

Auch Frauennetzwerke müssen sich untereinander stärker machen und kooperieren. Nur so gelingt es auf Dauer, Diversität bezüglich Branche, Karrierelevel, Expertise und Zielgruppe herzustellen. Es gibt viele Initiativen mit dem Ziel „Female Empowerment“: Über digitale Plattformen, komplett analog, für Hochschulabsolventinnen bis zu Vorständinnen, branchenspezifisch und in den Unternehmen. Ich persönliche begrüße jede einzelne Initiative mit der Mission, Frauen voran zu bringen.

Wichtig ist in diesem Kontext, dass einzelne Unternehmungen und Organisationen nicht als hermetisch abgeriegelte Systeme agieren, sondern zusammenarbeiten. Denn nur gemeinsam sind wir stark. Und auch hier gilt: Eine „Nur die Eine Mentalität“ ist kontraproduktiv und bringt uns nicht weiter – je mehr Frauen, Organisationen und Initiativen an einem Strang ziehen, desto besser!

Deshalb kooperieren wir mit Mission Female mit unterschiedlichen Organisationen: Das Karrierenetzwerk Leading Women von Diplom-Ökonomin Sylvia Tarves will die Gender Equality in der deutschen Wirtschaft vorantreiben. „Ich möchte den hochqualifizierten Frauen in Deutschland die Chance bieten, ihre Karrieren voranzutreiben und Unternehmen motivieren, ihre Unternehmenskultur für weibliche Karrierewege zu öffnen,“ sagt sie.

Mit Natascha Hoffner, Gründerin von herCAREER, ist Mission Female am 10. und 11. Oktober 2019  bei der Karrieremesse für Absolventinnen, Frauen in Fach- und Führungspositionen und Existenzgründerinnen, in München zugegen. Das ist für Mission Female die perfekte Gelegenheit, hochkarätige Managerinnen aus unserem Netzwerk mit Frauen, die eine erfolgreiche Karriere anstreben, persönlich zu verknüpfen.

Mit She4Her bietet Sabine Hansen, Gründerin von Initiative Women into Leadership e.V., eine Beratung für Karrierefrauen, die den nächsten Schritt in Richtung Unternehmensspitze nicht dem Zufall überlassen wollen und arbeitet aktiv an Maßnahmen, um mehr Frauen auf der Führungsebene zu platzieren. Selbstverständlich unterstützen wir mit Mission Female diese Initiative.

Ein weiteres Beispiel, wie sich Frauennetzwerke untereinander stärken, ist unsere enge Zusammenarbeit mit den Digital Media Women. Maren Martschenko, erste Vorsitzende bei den #DMW, beschreibt die Zusammenarbeit mit Mission Female so: „Klassische Wege führen nicht zu Vielfalt, sondern zu Monokulturen. Wir bei den Digital Media Women freuen uns sehr, mit Mission Female einen neuen starken Netzwerkpartner zu haben, starke Frauen zu vernetzen, zu fördern und gemeinsam voran zu bringen.“

Fazit:

Zielführendes Netzwerken ist kein Kaffeeklatsch, sondern Business. Es erfordert den Willen, voranzukommen, Zeitinvestment, Vorbilder, Priorisierung, einen professionellen Rahmen, gleichgesinnte Frauen, Wertschätzung der eigenen Fähigkeiten, die Chuzpe, Gefallen einzufordern und sich an geeigneter Stelle ins Gespräch zu bringen.

Oder mit den Worten von Carolin Kebekus gesprochen: „Wir Frauen müssen uns gegenseitig in die Führungsetagen prügeln und mal den Gedanken abstellen, es kann nur die Eine geben. Der Machtkuchen reicht für viele Frauen.“ In diesem Sinne: #strongertogether

LEADING WOMEN News Redaktion

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