Happy Mixed Leadership Year. Pioneering Future Together.

Frauen in Führungspositionen: Weiter im Schneckentempo – woran es liegt

Obwohl Plato schon zu seiner Zeit folgendes zu einem Freund sagte:“ Es gibt, mein Freund, keine Beschäftigung eigens für die Frau, nur weil sie Frau ist, und auch keine eigens für den Mann, nur weil er Mann ist, die Begabungen finden sich vielmehr gleichmäßig bei den Geschlechtern verteilt,”  zeigt die Realität, dass es noch über 250 Jahre dauern könnte, bis zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Warum eigentlich? Ist es von Allem etwas? Ich glaube ja! Unsere Gesellschaft – Wir, das weibliche Geschlecht – Die Unternehmenswelten.

Vor Kurzen schrieb Martin Eisenhut, Partner und Zentraleuropa-Chef der Unternehmensberatung A.T. Kearney in der Süddeutschen Zeitung: “Die Gleichstellung im Berufsleben wird nicht erreicht, weil viele Führungskräfte gar kein Interesse daran haben. Das ist schade, und das können wir uns gar nicht leisten“. Recht hat er!
Immer noch ist Gender Diversity nicht in die DNA der Unternehmen eingeflossen. Obwohl 95% der großen Unternehmen in Deutschland zahlreiche Diversity Initiativen wie Awareness/Bias Trainings haben, ist der Anteil von Frauen in hohen Führungspositionen seit 2011 als wir, die LEADING WOMEN personalberatung, die erste Mixed Leadership Conference durchgeführt haben, von 3.1% auf knappe 9 % in 2019 gestiegen. Das ist nun wirklich kein Fortschritt. Noch dazu wurden zahlreiche Frauen-Förderprogramme eingeführt. Fühlt sich doch so an als wären Frauen defizitär, oder? Stop fixing the women, fix the organisation möchte man immer wieder den Unternehmen zurufen. Wesentlich zielführender wäre Sponsorship, wie auch die renommierte Harvard Professorin Herminia Ibarra in ihrem Artikel „A Lack of Sponsorship Is Keeping Women from Advancing into Leadership“ schreibt.

Keine gendergerechten Recruiting- und Auswahlverfahren

Bis heute haben wir in Deutschland überwiegend immer noch keine gendergerechten Recruiting- und Auswahlverfahren. Vorrangig wird nach alten Karrieremustern eingestellt und befördert. Davon abgesehen, dass diese Karriere-Kriterien weit von den Anforderungen in der digitalen Welt entfernt sind, sind sie historisch bedingt männlich. Zu meinem großen Bedauern werden in Deutschland keine anonymen Bewerbungsverfahren durchgeführt. Wie signifikant sich aber durch anonyme Bewerbungsverfahren der Anteil weiblicher Bewerber, die eingestellt werden würden steigern lässt, zeigt das Beispiel von Sinfonieorchestern in den 1980iger Jahren in den USA, die Vorspielen hinter einem Vorhang einführten. Das hat einen deutlichen Anstieg des Frauenanteils in Orchestern bewirkt, der bis heute anhält.

Was wir Frauen tun könnn, um weiter nach oben zu kommen

Je höher man auf der Karriereleiter nach oben möchte, desto mehr zählt das Netzwerk und Personal Branding. 10 Prozent Leistung, 30 Prozent Personal Branding und ganze 60 Prozent das Netzwerk. Dies zeigt eine CEO Studie der IBM. Die persönlichen Kontakte sind der ausschlaggebende Faktor, um Karriere zu machen. Also: Du kannst noch so fleißig und kompetent sein – wenn keiner davon erfährt, du kein belastbares Netzwerk hast, landest du in einer beruflichen Sackgasse. Dein Netzwerk intern und extern, gemischt und gleichgesinnt, ist deine Eintrittskarte in den oberen Management Saal. Man kann es nicht allein schaffen, man braucht Verbündete. Netzwerken ist kein Kaffeeklatsch sondern BUSINESS. Das sagt schon das Wort NetWORKing.

„Netzwerken ist Teil des Arbeitslebens“, Dr. Elisabeth Denison Chief Strategy & Talent Officer bei Deloitte

“Ein gutes Netzwerk ist geprägt von Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen und bereit sind, zu Geben und zu Nehmen.”
Prof. Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin BARMER

„Meine Aufsichtsrats – und Beiratsmandate habe ich durch meine Kontakte bekommen. “Elke Bennig-Rohnke, Aufsichtsratsvorsitzende h&z Unternehmensberatung

Wie Frauen in Führungspositionen richtig Netzwerken. Dazu gibt es einen interessanten Artikel unseres LEADING WOMEN Mitglieds Christiane Brandes-Visbeck.

Fehlt uns Frauen der Mut?

Aktuell bewerben sich Frauen nur auf ein Drittel der adäquaten Positionen. Das bedeutet, wir lassen zwei Drittel spannender, herausfordernder Positionen linksliegen, weil wir es uns nicht zutrauen. Der eigene, zu hohe Anspruch, das Fehlen von Role Models und zu wenig Mut sind aus meiner Erfahrung als Personalberaterin oftmals die Stolpersteine. Die nächste Position soll/muss natürlich herausfordernd sein, es ist ja der nächste Schritt. Das bedeutet auch, dass man nicht 12 Kriterien von 10 Kriterien erfüllen muss, auch nicht die geforderten 10. Viel wichtiger ist es selbstbewusst zu sein, seine Stärken und Kernkompetenzen zu kennen und zu kommunizieren. Und bei internen interessanten Positionen oder Leuchtturmprojekten seinen Hut in den Ring zu werfen. In den wenigsten Fällen kommt jemand auf dich zu und fragt dich.

„Mut macht unbeliebt“, wie Bettina Volkens, Vorständin Lufthansa AG, in ihrem Beitrag titelt. „Mut hat mich geprägt und nach vorn gebracht. Ich wäre ohne Mut nicht da, wo ich jetzt bin. Mit Mut, Leidenschaft und Begeisterung kann man Dinge verändern, ohne immer zu wissen, was daraus wird. Im beruflichen Umfeld spielt das eine große Rolle. Ich treffe bewusst mutige Entscheidungen, von denen ich mir nicht sicher bin, wie sie aufgenommen werden.“

Geschlechtergerechtigkeit geht nicht nur Frauen etwas an – es geht um die Gesellschaft in der wir leben wollen.

Trotz einer großen medialen Aufmerksamkeit kommen wir in Deutschland einfach nicht so zügig voran, wie es für eine moderne Gesellschaft heute notwendig wäre. Tradierte Rollenmuster erweisen sich als hartnäckig in der Gesellschaft und demzufolge auch in den Unternehmen. Nach wie vor sind geschlechterspezifische Stereotype tief verwurzelt. „Think Manager – Thing Male“.  Doch Talent ist keine Frage des X-  oder Y-Chromosom.

Sehr besorgniserregend beobachte ich den Einzug der Algorithmen in die Recruiting Verfahren. Wie wir wissen, werden die Programmierungen noch zu über 90 Prozent von Männern erledigt. Amazon ist prominentes Beispiel wie gefährlich es für Bewerberinnen ist: „Amazon scraps secret AI recruiting tool that showed bias against women“.

Frauen sind in unserer Gesellschaft nicht ausreichend sichtbar.

Einer der Haupttreiber, warum wir das LEADING Business- und Karrierenetzwerk ins Leben gerufen haben ist: Wir machen Frauen sichtbar. Wir vernetzen Frauen. Keine Ausreden mehr wie „es gibt die Frauen nicht“, „wir finden die Frauen nicht,“ es gibt nicht genügende qualifizierte Frauen“!

Je mehr Frauen sich business-orientiert vernetzen, desto mehr Frauen werden wir automatisch in Führungs- und Top-Expertinnen- Positionen haben. Davon bin ich zutiefst überzeugt.

Alle angegebenen Artikel und mehr finden die LEADING WOMEN Mitglieder unter dem Menüpunkt AKTUELLES.

Boost Your Career 2020! Wir sehen uns im LEADING WOMEN Netzwerk – das Netzwerk für mehr weiblichen Erfolg! www.leadingwomen.de

Autorin: Sylvia Tarves, CEO LEADING WOMEN
Neujahr 2020

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